VEREINSCHRONIK

 

In Freud und Leid zum Lied bereit !

 

Die nachfolgend geschilderte Vereinsgeschichte stützt sich in der Hauptsache auf Angaben einiger Dorfbewohner, denn Unterlagen sind infolge des Zeitgeschehens so gut wie keine Vorhanden.

Die Anfänge des Liedes und des Chorgesanges liegen in Vogelbach so um die Jahrhundertwende. Mitglieder des Waffenbrüdervereins fanden sich zu dieser Zeit zusammen, um unter der Leitung von Herrn August Neuhäusel, einem Mann, dessen Namen, wenn es um das Lied und das Chorwesen geht, immer wiederkehrt, Lieder einzulernen, um bei Gelegenheit wie Hochzeit oder Tod dem Mitglied Ehre zu erweisen. Die Gesangsstunden fanden bei dem Dirigenten in der Wohnung statt.

Dieser Tätigkeit setzte der erste Weltkrieg ein Ende.

Neben diesem Verein versuchte auch ein Männerchor unter der Leitung des Lehrers Thiery von 1908 – 1914 dem Lied in Vogelbach eine Heimstätte zu schaffen. Dieser Versuch endete ebenfalls mit Beginn des Krieges. 1920 fanden sich dann wieder sangesfreudige Männer unter Lehrer Stichter als Chorleiter zusammen, um das deutsche Lied zu pflegen und wieder zum Klingen zu bringen. Dieser Verein war allgemein unter dem Namen „Bürgerlicher Gesangsverein“ bekannt.

Im gleichen Jahr wurde der Arbeitergesangverein ins Leben gerufen. Dirigent wurde wieder Herr August Neuhäusel. Dieser Verein war ein Männerchor, ab 1926 gemischter Chor. Durch die Machtübernahme Hitlers wurde er 1933 aufgelöst.

Neben diesen beiden weltlichen Vereinen wurde 1928 ein protestantischer Kirchenchor gegründet. Dirigent wurde der neu nach Vogelbach versetzte Lehrer Neumann. 1936 stellte dieser Chor seine Sangestätigkeit ein. Bei Aufzählung all dieser Unternehmungen, dem Liede in Vogelbach eine feste bleibe zu schaffen, dürfen wir einen Mann nicht vergessen, der es verstanden hat, schon bei der Jugend die Liebe zum Volkslied zu wecken, Herr Lehrer August Forster.

Der 2. Weltkrieg setzte aller Vereinstätigkeit in Vogelbach ein Ende. 1947 nach Beendigung aller Wirren fanden sich wieder alte Sänger und Idealisten zusammen, um wieder neu mit der Sangestätigkeit zu beginnen. Dieser neu gegründete Verein erhielt den Namen „Gesangverein Volkschor Vogelbach“. Dirigent wurde wieder der schon so oft erwähnte und um das Chorwesen außerordentlich verdiente August Neuhäusel. Der Verein nahm nun einen langsamen aber stetigen Aufstieg.

Die Dirigentenfrage war in den Jahren nach dem Krieg ein ziemliches Problem, trotzdem konnten alle großen und kleinen Schwierigkeiten überwunden werden und es gibt eine jahrzehnte währende Kontinuität sowohl in der Dirigentenfrage, als in der gesamten Vereinsführung. Hier ein paar Daten zur Bestätigung. In 40 Jahren – 3 Schriftführer und 2 Kassierer, in 35 Jahren – 4 Vorsitzende, in 25 Jahren – 1 Dirigent und in 23 Jahren – 2 Präsidenten.

 

Ab 1970 bestand der Wunsch nach internationalen Begegnungen und die Vereinsführung setzte dies auch um. Die Gründung eines Jugend – Akkordeonorchesters durch unseren Dirigenten Hilarius Zehrden im Jahr 1972 hatte unsere Möglichkeiten noch erweitert und wir sind froh und dankbar, dass dieses Ohrchester heute noch besteht. Keine Selbstverständlichkeit bei dem vorgegebenen Personalwechsel in einem Jugendorchester.

Im Mai 1972 hatten wir dann unsere erste internationale Begegnung mit dem Chor „Volksadel“ in Breda / Holland.  Es war der Beginn einer ganzen Reihe von Begegnungen von Chor und Orchester auf der internationalen Bühne und für alle Beteiligten unvergessliche Erlebnisse.

Es kam danach zu weiteren Besuchen und Gegenbesuchen mit „Volksadel“, Breda. Es folgten Besuche von amerikanischen Musik - und Gesangsgruppen aus Goshen / Indiana und Erie / Pennsylvania.

Danach ein großer Höhepunkt. Eine 3 – wöchige Konzertreise durch den Osten und Mittelwesten der USA. Eine zweite Reise fand 1989 statt. Dazwischen Fahrten nach Südtirol / Österreich / Frankreich. 1985 und 1988 nach Zirc in Ungarn mit Gegenbesuch 1986. 1990 und 1991 Besuch und Gegenbesuch mit dem Gesangverein Ossendrecht / Holland, auch hier vermittelt durch unseren lieben Freund Hermann de Klerk.

Dazwischen unsere Geburtstagsfeste beginnend mit der Fahnenweihe 1966 – 1970 – 1975 und 1980 unsere großen Zeltveranstaltungen mit enormem Zuspruch. Im Jubiläumsjahr 1980 hatten wir über 40 teilnehmende Chöre und Orchester während der Festtage.

Neben all diesen Höhepunkten ging die Normalität im Verein weiter, es wurde zu vielerlei Anlässen geprobt, gesungen und musiziert und das bei allen Aktiven mit viel Freude und Engagement.

Höhepunkt im Jahresverlauf sind unter anderem auch die sehr beliebten Mehrtagesfahrten für die Aktiven und ihre Familien und Freunde.

Hier wird neue Kraft getankt und das Gefühl der Zusammengehörigkeit gefördert. Darauf wollen wir auch in der Zukunft nicht verzichten. Im Jubiläumsjahr hat der Verein 234 Mitglieder, davon 39 aktive Sängerinnen und Sänger.

Heute sind wir alle dankbar, dass wir einen Teil des Lebens in dieser frohen Gemeinschaft verbringen durften und noch dürfen. Unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass die Geschichte des Vereins stets in jüngere befähigte Hände gelegt wird, um die Freude am Gesang und Musik auch weiterhin in Vogelbach zu erhalten.

 

 

Diese Chronik wurde erstellt im Jahre 1995 zu 75 Jahre Volkschor Vogelbach  e.V.